Aktuelles 2013      

 

Dezember 2013

Ein Geheimhaltungsgesetz, was die Demokratie

untergräbt und die Lobbyisten schützt

Das neue Geheimhaltungsgesetz, was im Herbst vorgestellt und jetzt durch die im Ober- und Unterhaus dominierende LDP beschlossen worden ist untergräbt die Demokratie. Durch die unklare Formulierung des Gesetzes kann die Pressefreiheit massiv eingeschränkt und das Gesetz nach Belieben, „dem Bedarf angepasst“ ausgelegt werden.

Die im Ober- und Unterhaus dominierende Regierung von Ministerpräsident Abe (LDP) hatte dem Parlament einen Gesetz- entwurf vorgelegt, bei dem die Geheimhaltung durch die Regierung gestärkt und die Transparenz für die Bürger geschwächt werden soll.

Mit dem neuen Gesetz zum Schutz sensibler Staatsgeheimnisse, was sich im LDP-dominierenden Parlament bei sehr kleiner Opposition problemlos durchboxen ließ, wird die Regierung unter Shinzo Abe nun militärisch gestärkt. Somit kann Ministerpräsident Shinzo Abe gemeinsam mit den USA viel leichter militärische Pläne gegen China und Nordkorea „erarbeiten“. Dazu schuf Abe jetzt sogar einen neuen Sicherheitsrat, den NSR.

Auch militärische „Kooperationen“ mit weiteren Ländern, zu denen auch Großbritannien zählen soll, will Abe aufbauen, um somit mehr Druck auf China ausüben zu können.

Hierzu wünscht Abe keine Informationen an die Öffentlichkeit. „Das gehe der Öffentlichkeit nicht an“, so Abe.

Beschlüsse des NSR könnten sogar militärische Interventionen gegen China bedeuten.

Wirtschafts-, Verteidigungs- und Energiepolitik werden nun unter verstärkter Geheimniskrämerei für den Normalbürger immer undurchsichtiger. Verschiedene Deals unter Lobbyisten können somit ebenfalls leichter abgewickelt werden. Denn das gesamte Gesetz ist sehr schwammig formuliert, so dass es stetsindividuell, der jeweiligen Situation angepasst ausgelegt werden kann.

Schon heute hält die Regierung militärische Angelegenheiten wie zum Beispiel Kampfmittelbestände, Militärbasen und militärische Übungen geheim.

Es gibt konkrete Pläne für den Ausbau der AKWs, die jedoch geheim gehalten werden. Der genaue Hintergrund zum TPP (Trans Pacific Partnership) ist auch eher schwammig.

Medienberichte werden schon seit langen im Auftrag der Regierung manipuliert.

 

„Dank“ dem neuen Geheimhaltungsgesetz wird möglicherweise die Pressefreiheit massiv eingeschränkt. Ein zu kritischer und „ungefilterter“ Journalismus könnte sogar eine Haftstrafe zur Folge haben.

In der Bevölkerung mehren sich die Zweifel und somit auch der Widerstand gegen das von der Regierung beschlossene Geheimhaltungsgesetz. Und es finden laufend große Protestveranstaltungen statt. Über 80% der Bevölkerung lehnen das Gesetz entschieden ab. Einer Umfrage der

Proteste vor dem Regierungssitz

Nachrichtenagentur Kyodo zur Folge lehnen 82% der Befragten das neue Geheimhaltungsgesetz ab. Etwa 70% der Befragten befürchten sogar gezielten Missbrauch der Gesetzgebung, bei der die Folgen der Reaktor- katastrophe in Fukushima besser verheimlicht werden können und die Pressefreiheit massiv eingeschränkt wird.

Insidern zur Folge soll sogar die USA, die noch durch ihren Whistleblower Edward Snowden „geplagt“ ist, die japanische Regierung sogar dazu gedrängt haben das Gesetz rasch umzusetzen. Andernfalls würde Japan keine weitere militärische Unterstützung der USA im Senkaku-Inselstreit mit China erhalten.

Das geplante Geheimhaltungsgesetz, was laut Regierung zum Schutze von Staatsgeheimnissen beschlossen worden ist, schränkt die Informations- und Pressefreiheit massiv ein. Es ist sehr schwammig formuliert, so dass es den Bedürfnissen des Gesetzgebers entsprechend ausgelegt werden kann. Da durch können unter anderem auch atomare Pannen und Missstände, sowie dessen Folgen, atompolitische Pläne mit Ausbau der Atomtechnologie, auch für Kernwaffen besser verschleiert werden. Auch das Verschleiern der Missstände in der Präfektur Fukushima und am havarierten AKW werden hiermit erleichtert.

Im Parlament hat die Mehrheit der Abgeordneten, die vorwiegend aus Mitgliedern der Regierungspartei LDP bestehen, dem Gesetzentwurf zugestimmt. Die darauf folgende Zustimmung durch das Oberhaus, war aufgrund der kleinen Opposition ebenfalls kein Problem.

 

„Aber Abe, das geht aber nicht“!

Nicht nur die Bevölkerung, sondern auch die Opposition im Parlament und unabhängige Experten kritisieren das neue Gesetz aufs Schärfste; zumal es auch von der Regierung einfach schnell durchgeboxt wurde, ohne das es im Parlament ausreichend debattiert worden ist.

Es kam sogar zu Handgreiflichkeiten im Parlament, als Abgeordnete der Opposition in letzter Minute noch versuchten den Beschluss des neuen Geheimhaltungsgesetzes zu verhindern.

Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Wut auf die Regierung auch schon im Parlament hoch kocht, da Handgreiflichkeiten im disziplinierten Japan im Parlament absolut nicht üblich sind…

Ein Video zum Geheimhaltungsgesetz von Antikrieg TV

Regierung will den Ruf der Kernenergie

und der Stromkonzerne retten

Der Stromkonzern Tepco, der das AKW Fukushima dai ichi zu verantworten hat soll nun nach Plänen des Wirtschafts- und Industrieministeriums bis 2016 aufgespaltet werden. Somit wird dann eine Sparte für die Stromproduktion und für die Netze und eine andere Sparte für den Rückbau der Atomruine in Fukushima zuständig sein.

Tepco Hauptgeschäftsstelle in Tokyo
Tepco Hauptgeschäftsstelle in Tokyo

Dadurch soll das havarierte AKW von Tepco abgekoppelt werden, so dass sich der Konzern wieder voll und ganz der Strompro- duktion widmen kann und die erhoffte Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 6 und 7 am AKW Kashiwazaki Kariwa bei der Atomaufsichtsbehörde NRA und bei der Präfekturverwaltung in Niigata besser „durchmogeln“ kann.

Auf diese Art und Weise will die Regierung Tepco von dem „Fukushima-Problem“ entbinden und den Konzern somit als „ganz normalen“ (atomstromproduzierenden) Strom- produzenten wieder „attraktiv“ machen.

Laut Berechnungen durch Tepco, die das Wirtschafts- ministerium erst kürzlich bekannt gab, würde Tepco durch die Wiederinbetriebnahme der beiden Reaktoren angeblich deutliche Gewinne erzielen und aus den roten Zahlen kommen.

Laut unabhängigen Experten allerdings wird es durch die Aufspaltung ein gesundes Unternehmen für die Profiteure (Stromkonzerne/ Lobbyisten) und ein Unternehmen für die Beseitigung der Atomruine (Steuerzahler) geben.

 

 

Oktober/November 2013

Die Bergung der Brennelemente aus dem Abklingbecken von Reaktor 4 – Ein regelrechtes russisch Roulette

AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 4, von dem man anfangs als Laie noch dachte, er würde keine große Gefahr darstellen, weil er leer ist… Weit gefehlt!

11. März 2011, nach einem Erdbeben mit nachfolgendem Tsunami kam es im AKW Fukushima dai ichi zum Super-GAU mit einer Kernschmelze in den Reaktoren 1 bis 3, die zum fraglichen Zeitpunkt im Vollbetrieb liefen.

AKW Fukushima dai ichi, Oktober 2013
AKW Fukushima dai ichi, Oktober 2013

Die Reaktoren 4 bis 6 waren wegen einer Wartung heruntergefahren. Von diesen drei Reaktoren waren die Reaktoren 5 und 6, die etwas abseits stehen weitgehend unbeschadet davon gekommen.

Der Reaktor 4 allerdings stellte jedoch, entgegen den anfänglichen Vermutungen vieler Leute  seit Beginn der Katastrophe eine besonders große Gefahr dar. Denn das Abklingbecken, was sich in 30 Metern Höhe befindet, ist durch das Erdbeben undicht geworden. Das Reaktorgebäude als solches ist akut einsturzgefährdet und schon um knapp einen Meter nach Süden, also zu der Seite, auf der sich das Abklingbecken befindet geneigt.

Zu allen Überfluss verläuft auch noch entlang der Südseite, also der Neigungsseite des Reaktorgebäudes eine geologische Verwerfungslinie, die seismisch aktiv ist.

In dem vollen Abklingbecken lagern noch 1533 Brennelemente, wovon die meisten noch für eine längere Zeit aktiv gekühlt werden müssen. Die letzen Brennelemente, ca. 550 Stück wurden dort in November 2010 eingelagert, als der Reaktor für eine umfangreiche Wartung und Instandsetzungsarbeiten entleert worden ist.

Seit dem Sommer 2013 verfügt das Reaktorgebäude über ein massives Stützgerüst aus Stahl mit einer Schutzhülle und einer Entnahmevorrichtung für die Brennelemente. Denn der zuvor vorhandene Kran ist beim Erdbeben ins Abklingbecken gestürzt und war somit unbrauchbar geworden.

Die Betontrümmer und Stahlgerippe, die seit der Wasserstoffexplosion im Abklingbecken lagen sind mittlerweile größten Teils entfernt worden. Es liegen aber immer noch zahlreiche kleinere Trümmerteile auf dem Grund des Abklingbeckens, die bei der Bergung der Brennelemente hinderlich werden könnten. 

Abklingbecken von Reaktor 4 mit Trümmerresten
Abklingbecken von Reaktor 4 mit Trümmerresten

Dem massiven Stützgerüst ist es zu verdanken, das das Gebäude durch das Erdbeben von Ende Oktober 2013, was eine Stärke von 7,3 aufwies nicht eingestürzt ist. Denn mittlerweile ist bedingt durch den enormen Durchsatz von Grund- und Kühlwasser der gesamte Boden auf dem die Reaktoren 1 bis 4 stehen völlig aufgeweicht und instabil geworden.

Mit Hilfe der neuen Entnahmevorrichtung sollen ab dem 08. November 2013 die Brennelemente aus dem Abklingbecken entnommen werden. Das wird eine sehr schwierige und gefährliche Aufgabe, die voraussichtlich bis Ende 2014 andauern wird.

Denn nie zuvor wurden Brennelemente, die noch nicht ausreichend abgeklungen sind, somit weiterhin aktive Kühlung ohne Unterbrechung benötigen und schon gar nicht mit der Außenluft (akute Brandgefahr) in Kontakt kommen dürfen vorzeitig aus einem Abklingbecken entfernt.

So etwas würde man unter „normalen Umständen“ aufgrund der großen Gefahren einer Kritikalität auch niemals machen.

Denn würden die Brennelemente mit der Außenluft in Kontakt kommen, würden diese sich sofort wieder erhitzen (Nachzerfallswärme), anfangen zu brennen und zu schmelzen. Die in nun einsetzende Kettenreaktion wäre nicht mehr zu stoppen und die dabei austretende Dosis an Radioaktivität wäre absolut tödlich!

Das gesamte AKW müsste sofort evakuiert werden! Eine weitere Kühlung der Reaktoren 1 bis 3 und der sieben Abklingbecken wäre nicht mehr gewährleistet. Ein erneuter, noch viel schlimmerer  Super-GAU in der AKW-Ruine wäre somit vorprogrammiert. 

Hier bei würde eine enorm hohe Radioaktivität frei werden, so dass Japan zweigeteilt wäre. Unter Umständen müsste je nach Windrichtung sogar Tokyo evakuiert werden. Die freiwerdende Radioaktivität wäre sogar 85 Mal höher als in Tschernobyl und würde die gesamte Nordhalbkugel betreffen.

Mit der neuen Entnahmevorrichtung sollen nun die etwa 4,5 Meter langen und 300 kg schweren Brennelemente Stück für Stück geborgen und in ein separates Abklingbecken transportiert werden.

Dazu müssen die im Abklingbecken dicht an dicht stehenden Brennelemente erst einmal einzeln in eine wassergefüllte Transportbox umgelagert werden. Alles unter Wasser natürlich und zwar ohne Handarbeit, da die dort herrschende Strahlung eine menschliche Intervention verbietet.

Um jeden Millimeter im Abklingbecken auszunutzen, was gerade in Japan, wo generell Platzmangel herrscht überall gegenwärtig ist, wurden die Brennelemente sehr dicht nebeneinander stehend platziert.

Nun fehlt aber der computergesteuerte exakt arbeitende Kran mit dem die Brennelemente problemlos bewegt werden konnten, da er ins Abklingbecken gefallen und die Halterung zerstört ist. Aber zu mindest weiß man, wie lange die einzelnen Brennelemente dort schon eingelagert sind – Hoffentlich!

Im Sommer 2012 wurden mit einem mobilen Kran als Probeversuch zwei Brennelemente aus dem Becken geborgen, was auch funktionierte. Allerdings waren diese schon seit langen abgeklungen und durften schon trocken gelagert werden. Sie befanden sich jedoch nur aus Kosten- und Bequemlichkeitsgründen noch im Abklingbecken. Zudem wurden diese beiden Brennelemente beim Herausheben mit der Hand! geführt, damit diese, während sie am Kran hingen nicht irgendwo anecken konnten.

Die „frischeren“ ca. 550 Brennelemente sollte man besser nicht mit der Hand führen – hohe Strahlung, akute Lebensgefahr!

Die Schwierigkeit besteht auch vor allem darin, dass die Brennelemente erst einmal in die Transportbox bugsiert werden müssen, und zwar ganz ohne Handarbeit. Dabei dürfen die benachbarten Brennelemente nicht angestoßen werden.

Ein Erdbeben im falschen Moment wäre dabei fatal!

Auch die im Abklingbecken liegenden Trümmerteile können die Arbeiten erheblich behindern. Zu dem ist das Abklingbecken durch das Erdbeben und dem Schiefstand des Gebäudes verzogen, so dass die Brennelemente beim herausheben harken oder sogar brechen könnten, weil sie wohl möglich auch noch verkeilt sind.

Das ist eine sehr gefährliche Aktion, bei der man mit jeden Brennelement erneut zittern „darf“ – Ein regelrechtes russisch Roulette, was bis Ende 2014 andauern soll.

 

 

Oktober 2013

Neuer Rap-Song von Blumio

„Blumio“, ein Japaner, der in Deutschland aufgewachsen ist und sich in beiden Ländern heimisch fühlt, hat jetzt einen neuen Rap komponiert und bringt damit die Probleme, die seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima bestehen und von der Regierung und dem Stromkonzern Tepco herunter gespielt werden zum Ausdruck.

 

September 2013

Japan ist zum zweiten Mal frei von Atomstrom!

Am 15.09.2013 ging der letzte laufende Reaktor wegen der bevorstehenden Wartung, die alle 13 Monate vorgeschrieben ist vom Netz. Japan ist wieder frei von Atomstrom! Und auch dieses Mal blieben die Lichter weiterhin an!

Reaktor 3 ging schon am 02.09.2013 wegen der nötigen Wartung vom Netz.

AKW Ōi, Präfektur Fukui
AKW Ōi, Präfektur Fukui

Das Kepco-AKW Ōi in der Präfektur Fukui war mit den Reaktoren 3 und 4 das einzige AKW in Japan, was nach der Reaktorkatas- trophe in Fukushima nach der letzen Wartung wieder ans Netz ging und dann bis September 2013 in Betrieb war.

Sonntag, 16:40 Uhr Ortszeit: Die Kepco-Betreibermannschaft beginnt damit, den einzigen noch verbleibenden Reaktor 4 am AKW Ōi in der Präfektur Fukui herunterzufahren. Um seine Leistung, also die Kernspaltung zu drosseln, wird Borsäure eingeleitet und die Steuerstäbe nach und nach zwischen die Brennelemente eingefahren.

23:00 Uhr: Beendigung der Stromproduktion. 

Montag, 1:30 Uhr Ortszeit: Der Reaktor ist jetzt komplett heruntergefahren. Die elektronische Anzeige der Reaktorleistung, die im Vollbetrieb noch bei 1180 MW stand, zeigt jetzt „0“ an. Reaktor 4 ist vom Netz!

Schon Anfang Mai 2012 wurde Japan, nach dem der letzte laufende Reaktor am AKW Tomari, Hokkaido vom Netz ging nach 42 Jahren zum ersten Mal wieder frei von Atomstrom.

Es kam, entgegen den Behauptungen der Regierung und der Atomkonzerne nicht zu einem Zusammenbruch der Stromversorgung.

AKWs in Japan, zur Zeit alle vom Netz.
AKWs in Japan, zur Zeit alle vom Netz.

Denn seit der Reaktor- katastrophe in Fuku- shima gingen alle AKWs nach und nach wegen der gesetzlich vorge- schriebenen Wartung, die alle 13 Monate anfällt vom Netz. Die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren nach der Wartung wurde zwar von den Betreibern bei der Präfekturverwaltung beantragt, jedoch ohne Erfolg. Denn was früher nur eine Formsache auf dem Papier war, bekam jetzt eine ganz andere Bedeutung. Man hatte jetzt die Gefahren der Kernenergie vor Augen. Deshalb wollte kein Präfekturgouverneur mehr die Mitverantwortung für ein laufendes AKW übernehmen. 

Leider wurde aber dann im Juli 2012 trotz massivster Proteste aus der Bevölkerung das AKW Ōi, Präfektur Fukui wieder angefahren. Die einzige Zufahrtsstraße zum AKW wurde wochenlang blockiert, so dass die Mitarbeiter das AKW nur noch über den Wasserweg mittels Fähre erreichen konnten.

Doch der Betreiber Kansaidenryoku (Kepco) und die Regierung unter Y. Noda (DPJ) erzwangen bei der örtlichen Präfekturverwaltung die nötige Genehmigung, indem der Präfekturgouverneur wochenlang unter massiven Druck gesetzt worden ist und dann letztendlich nachgab.

Damit das AKW Ōi an den Überprüfungen zur Erfüllung der neuen Sicherheitsstandards der Atomaufsichtsbehörde NRA teilnehmen darf, die für eine mögliche Wiederinbetriebnahme der Reaktoren 3 und 4 maßgebend ist, wurde jetzt das Vorhandensein einer seismischen Aktivität mehrfach untersuchter geologischer Verwerfungen einfach „weg diskutiert“. Somit sind jene Verwerfungen, die im Falle eines Erdbebens erhebliche Schäden am AKW Ōi anrichten könnten, nach abschließender Beurteilung durch die NRA jetzt auf einmal verschwunden.

Andernfalls hätte das AKW stillgelegt werden müssen. 

Anmerkung: Japan ist durchzogen mit zum Teil aktiven geo- logischen Verwerfungen und Erdbeben sind auch nicht selten.

Ausblick:

Leider befindet sich Japan politisch gesehen in einem sehr schwierigen Fahrwasser. Der seit Dezember 2012 amtierenden Ministerpräsident S. Abe (LDP), der auch noch „Dank“ mangelhafter Wahlbeteiligung bei der Oberhauswahl im Juli 2013 eine Mehrheit bekam und nun die absolute Entscheidungsgewalt hat, will, komme was wolle, weiterhin an der Atomkraft festhalten. Er und die Atomkonzerne sind bestrebt, einige AKWs so schnell wie möglich hochzufahren.

Das havarierte AKW Fukushima dai ichi
Das havarierte AKW Fukushima dai ichi

Die Folgen nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima werden ebenfalls verharmlost und in den Hintergrund gedrängt. Die Regierung versucht nicht nur den Japanern, sondern der kompletten Weltbevöl- kerung einzusuggerieren, dass die Lage im AKW Fukushima dai ichi unter Kontrolle sei. Sie führt sogar Berechnungen an, wie stark der Verdünnungseffekt ist, wenn man die 1500 Lagertanks, von denen eh schon einige auslaufen ins Meer kippt.

Bezüglich der Olympiade 2020, für die Japan nun den Zuschlag bekommen hat, mehren sich die Gerüchte, dass Abe Schmiergeld an die IOC, dem internationalen Olympischen Komitee gezahlt hat.

Die Entscheidung, dass die Olympiade in Tokyo statt finden darf, gibt der Welt ein falsches Sicherheitsgefühl, was sich Abe natürlich zu Nutzen macht. 

Denn die Weltbevölkerung würde niemals glauben, dass eine Olympiade mit vielen internationalen Sportlern und Gästen in einem unsicheren Land statt finden darf.

 

August 2013

Hiroshima Nagasaki Gedenkfeier 2013

Eine Gedenkfeier für die Opfer der Atombombenabwürfe von 1945 und Protestkundgebung gegen die „friedliche Nutzung“ der Atomkraft und für die Abschaffung sämtlicher Atomwaffen. 

Genbaku Dom (Atombombendom) in Hiroshima
Genbaku Dom (Atombombendom) in Hiroshima

Am 06. August 1945 warf die US-Luftwaffe die erste Atombombe „Little Boy“ auf Japan ab. Diese detonierte 500 Meter über der Stadt Hiroshima und löste eine unvorstellbare Hitze und Druckwelle aus, die die gesamte Stadt Hiroshima dem Erdboden gleich machte. Das derart grelle Licht brannte die Schatten derer in den Boden, die durch die Hitzeeinwirkung sofort restlos verbrannten.

Nur ein paar „robustere“ Gebäude, die anstatt aus Holz, was damals allgemein üblich war, aus Beton gebaut worden waren blieben stehen. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist das Mahnmal „Gembaku Dom“, der Atombombendom.

Die gesamte Umgebung wurde hochradioaktiv verseucht.

 

Tausende von Menschen starben sofort. Weitere Tausende starben qualvoll an den Folgen schwerer Verbrennungen und der akuten Strahlenkrankheit.

 

Drei Tage später, am 09. August 1945, als die US-Luftwaffe eine zweite Atombombe „Fat Man“ auf Nagasaki abwarf, befand sich der heute 82 jährige Kazou Soda in einem Betongebäude, was nur 2,5 km vom Epizentrum entfernt lag.

Kazuo Soda erlitt zwar Verbrennungen und eine Strahlenkrankheit; überlebte den Atombombenabwurf auf Nagasaki jedoch, weil er sich in einem schützenden Gebäude befand. Passanten, die sich nur 10 Meter entfernt auf der Straße befanden, verdampften regelrecht durch die massive Hitzeeinwirkung.

Alle Häuser, bis auf ein paar Überreste waren durch die Druckwelle von jetzt auf gleich verschwunden und überall brannte es. Schwerverbrannte, die zunächst überlebten, irrten verwirrt umher.

Seine Schwester ist ebenfalls, wie viele andere auf der Stelle verdampft. Man legte einen Stein, der sich an ihrem Standort befand in die Urne, da noch nicht einmal die Asche von ihr übrig geblieben ist.

Die meisten seiner Klassenkameraden waren gerade in der nahe gelegenen Waffenfabrik tätig, als die Atombombe fiel. Sie kamen alle um.

 

Kazuo Soda ist einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen die die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki miterlebt haben und darüber aus erster Hand berichten können.

 

Auch in diesem Jahr besuchte er wieder Deutschland um über die schlimmen Folgen der Atombomben zu berichten, vor der Atomkraft zu warnen und für den Frieden zu appellieren.

Anlässlich der diesjährigen Gedenkveranstaltungen besuchte er am 06.08. Dortmund und an den Tagen 09. + 10.08.2013 Köln. 

Die Antiatom- und Friedensveranstaltung in Dortmund begann mit einer Kundgebung in der Einkaufs- und Fußgängerzone im Zentrum. Es folgte ein Protestmarsch durch die Innenstadt, vorbei an einer eingerichteten Gedenkstätte an einem Ginkobaum auf dem Rathausplatz und endete an der Reinholdi Kirche. Dort berichtete Kazou Soda als überlebendes Atombombenopfer, dem „Hibakusha“ wie er den Atombombenabwurf in Nagasaki erlebt hat.

Gedenkfeier für die Atombombenopfer in Dortmund
Gedenkfeier für die Atombombenopfer in Dortmund

Nach weiteren Beiträgen und musikalischen Einlagen spendeten die Teilnehmer für die AKW-Opfer in Fukushima. Mit diesen Spendengeldern ermöglicht die Deutsch-Japanische Auslandsgesellschaft „Hilfe für Japan 2011“ Ferienreisen nach Okinawa (Südjapan) für Kinder, die seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima in einer verstrahlten Umgebung leben müssen.

Organisiert wurde die Dortmunder Gedenkveranstaltung durch die Deutsch-Japanische Auslandsgesellschaft Dortmund, der IPPNW und weiteren Friedensinitiativen.  

Kazou Soda, ein Überlebender der Atombombenabwürfe
Kazou Soda, ein Überlebender der Atombombenabwürfe

Auf der Veranstaltung am Kölner Dom, bei der K. Soda ebenfalls als Zeitzeuge berichtete, appellierte auch der Bezirksbürgermeister Andreas Hupke, sowie weitere Redner für den Frieden und die Abrüstung. Anschließend trat der japanische Chor „Kono Hi“ (dieses Licht) auf. Die Liedertexte richten sich kritisch gegen Atomwaffen und verdeutlichen die Folgen der Kernenergie. 

 

Am Folgetag (10.08.2013) fand eine Gedenkfeier im Hiroshima-Nagasaki Park in Köln statt. Dort ist auch das japanische Kulturinstitut angesiedelt und im Park befindet sich ein 

Gedenkstein für Frieden und für die Abschaffung der Atomwaffen
Gedenkstein für Frieden und für die Abschaffung der Atomwaffen

Gedenkstein mit einem gusseisernen Papierkranich und der Aufschrift „Atomwaffen abschaffen“.

Gebastelte Papierkraniche beruhen auf einer langjährigen japanischen Tradition und stehen für Frieden und ein langes Leben in Gesundheit. 

 

Auch bei dieser Gedenkfeier berichtete K. Soda (auf japanisch) in einer ergreifenden Weise von seinen Erfahrungen als die Atombombe auf Nagasaki fiel. Zudem warnte er vor der „friedlichen Nutzung“ der Kernenergie und sprach sich für eine sofortige Abrüstung aus.

Ins Deutsche übersetzt wurden seine Erfahrungsberichte wie auch schon am Vortag auf der Domplatte durch Reiko Müller-Shiba. 

Der Chor „Kono Hi“ aus Japan
Der Chor „Kono Hi“ aus Japan

Nach weiteren Reden, auch durch den Bezirksbürger-meister von Köln, Andras Hupke, in denen ebenfalls an den Frieden und einer raschen  Beendigung der Atomkraft appelliert wurde, folgten musikalische Beitrage durch den Chor „Kono Hi“. Eine Menschenkette wurde gebildet und nach einer alten japanischen Tradition wurde der Gedenkstein durch alle Teilnehmer mit Wasser geweiht.                                                          

Es folgten weitere Musikbeiträge. Ein Infostand, wie auch schon am Vortag, und ein Picknick aus Essensspenden und Getränken wurden ebenfalls eingerichtet.

Organisiert wurden die beiden Kölner Gedenkfeiern durch den AK Hiroshima-Nagasaki/Friedensforum Köln.

 

Video: Friedensbotschaft 2013 auf der Kölner Domplatte von Kazuo Soda, ein Überlebender von Nagasaki nach dem Atombombenabwurf.

Kraniche als Symbol für Frieden, Gesundheit und langes Leben
Kraniche als Symbol für Frieden, Gesundheit und langes Leben

Die Umweltstrahlung (ODL) auf der Nordhalbkugel ist durch die zahllosen Atomwaffenversuche, dem Einsatz von Atombomben, der hohen Dichte an kerntechnischen Anlagen und den zahlreichen nuklearen Zwischenfällen bis hin zum Super-GAU im Vergleich zu früher (vor dem Atomzeitalter) um das siebenfache angestiegen!

 

Schon Tschernobyl sollte als letzte Warnung gelten, wurde jedoch durch die Verantwortlichen aus Profitgründen ignoriert. Und es ist zu befürchten, dass der Super-GAU in Fukushima nicht die letzte Reaktorkatastrophe gewesen ist.

Auch eine Gefahr durch Kernwaffen besteht weiterhin, da Länder wie Iran und Nordkorea ihr Atomwaffenprogramm weiter voran treiben.

Sogar in Deutschland sind noch einige Atombomben der USA „griffbereit“ stationiert. 

Das sind Dinge, die vor allem für Kazuo Soda, der den Atombombenabwurf auf Nagasaki nur zufällig überlebte, weil er sich in einem schützenden Gebäude befand, nicht nur sehr schmerzlich, sondern auch absolut nicht nachvollziehbar sind.

 

Nur ein paar Jahre nach den beiden Atombombenabwürfen wurde durch die USA die Kernenergie nach Japan eingeschleppt...

Die Geschichte der Kernenergie in Japan

... und heute kämpft Japan schon mit der dritten Atombombe, dem havarierten AKW Fukushima dai ichi.

 

Juli 2013

Oberhauswahl 2013 : Ein weiterer Siegeszug für den atomfreundlichen Ministerpräsidenten Shinzo Abe (LDP)

Das Endergebnis der Oberhauswahl, bei der die Hälfte der 242 Sitze neu vergeben wurden sind liegt vor. Dem nach hat die regierende LDP nun eine deutliche Mehrheit im Oberhaus erreicht und somit eine freie Handhabe für die Beschließung neuer Gesetze.

Da die Opposition im Oberhaus bis dato dominierend gewesen ist, war auch die Möglichkeit auf neue Gesetzentwürfe Einfluss zu nehmen wesentlich größer. Zu einseitige Gesetzbeschlüsse wurden somit eingedämmt, was durch die jetzige Dominanz der LDP im Unter- und Oberhaus nun kaum noch möglich ist.

Regierungssitz in Tokyo. Quelle: dpa
Regierungssitz in Tokyo. Quelle: dpa

Bei der jetzigen Oberhauswahl wurden 121 der vorhandenen 242 Sitze, also die Hälfte neu belegt. Nach dem endgültigen Endergebnis erreichten die LDP 74 der 121 neu zu besetzenden Sitze. 63 Sitze hätten hier schon ausgereicht um eine Mehrheit zu erzielen.

Die DPJ, die im Dezember 2012 bei der Oberhauswahl abgewählt worden ist, wurde auch jetzt wieder abgestraft und erreichte nur noch 15 Sitze. Das ist ein Verlust von mehr als seiner Sitze. 

In Anbetracht der jetzigen Wahlergebnisse befürchten Kritiker allerdings, das Ministerpräsident S. Abe (LDP), der neben den USA militärpolitisch stärker in den Vordergrund rücken möchte den Artikel 9 in der Nachkriegsverfassung von 1946 zu Ungunsten des internationalen Friedens abändern wird. Dadurch könnten sich die Spannungen zu Nordkorea und China verschärfen.

 

Viele Japaner erhoffen sich jedoch von der regierenden LDP eine langfristige Besserung der wirtschaftlichen Lage mit Reduzierung der Staatsverschuldung, einer Besserung am Arbeitsmarkt und einer Beendigung der seit zwei Jahrzehnten anhaltenden Deflation. 

In den nächsten Monaten wird sich jedoch zeigen, in welche Richtung die riskanten Maßnahmen der Regierung gehen.

Leider rückte hierdurch die Energiepolitik, wie auch schon bei den Unterhauswahlen im Dezember 2012, die Ministerpräsident Abe unter wirksam formulierten Versprechungen haushoch gewann, zu sehr in den Hintergrund. Denn es darf nicht vergessen werden, dass die unter S. Abe regierende LDP einen Wiedereinstieg in die Kernenergie anstrebt. Es ist allerdings fraglich, ob diese auch wirklich nur der Stromproduktion dienen soll, da die Stromversorgung nach Abschaltung der AKWs im Grunde genommen ja gar nicht gelitten hat. Es kann nämlich problemlos auf Kernenergie verzichtet werden!

Die Wahlbeteiligung war zu dem sehr niedrig und lag nur bei etwas mehr als 50%!

Ein Grund für diese Wahlmüdigkeit ist neben der Sommerhitze vor allem Pessimismus bei vielen Japanern, die glaubten, dass es sich nicht lohnen würde zu wählen, da die LDP eh gewinnen würde.

Als Konsequenz dessen hat Ministerpräsident Abe jetzt bis zur nächsten Oberhauswahl 2016 frei Handhabe zum regieren. Neu beschlossene Gesetze werden jetzt  „Dank“ der vorhandenen Mehrheit der regierenden LDP im Unterhaus und auch mangels der  Gegenstimmen aus der nun geschrumpften Opposition quasi einfach nur noch „durch gewunken“.

 

Ein Lichtblich in düsteren Zeiten

Der bekannte Schauspieler und Antiatom-Aktivist Taro Yamamoto (34) erzielte großen Erfolg bei der gestrigen Oberhauswahl. Er erlangte als unabhängiger Kandidat im Wahlbezirk Tokyo die drittmeisten Stimmen und somit einen Sitz im Oberhaus. Als sich der Schauspieler T. Yamamoto 

Der Schauspieler Taro Yamamoto macht sich stark für einen Atomausstieg in Japan. Quelle: The Japan Times
Der Schauspieler Taro Yamamoto macht sich stark für einen Atomausstieg in Japan. Quelle: The Japan Times

nach der Reaktor- katastrophe für den Atomausstieg und für das Wohl der Kinder in Fukushima einsetzte und sich kritisch über die Stromkonzerne äußerte, bekam er immer weniger Aufträge durch die öffentlich rechtlichen Fernsehsender.

Jetzt hat er einen Sitz im Oberhaus erlangt und kann jetzt als Politiker durchstarten, was in politisch schwierigen Zeiten als positiver Ansatz zu und Lichtblick zu werten ist. 

 

Mai 2013

Eine Delegation aus Fukushima möchte die

  deutsche Energiewende kennen lernen 

Bildquelle: Wirtschaftsministerium RLP
Bildquelle: Wirtschaftsministerium RLP

Das rheinland-pfälzische Ministerium für Witschaft, Klimaschutz, Energiewende und Landesplanung hatte eine Delegation aus der Präfektur Fukushima zu Gast, die genauere Einzelheiten und Strategien der deutschen Energiewende kennen lernen wollten. Die japanische Gruppe gehört auch der Antiatom- organisation ,,Mayors Network for a Nuklear Free Japan“ an.

Erfahren Sie mehr im nachfolgenden Artikel des Ministeriums für Witschaft, Klimaschutz, Energiew und Landesplanung Rheinland Pfalz.

 

Mai 2013

Zusammenfassung aus unserem Vortrag vom 16.05.2013

 

         ,,Die Gesundheitsfolgen von Fukushima“

                  -- Ein Kinderarzt berichtet--

 

Referent: Dr. Alex Rosen, Kinderarzt und Vorstandsmitglied der                 IPPNW

 

Die Berichterstattung der Medien ist weiterhin eher dürftig bzw. eher atomlobbyfreundlich angepasst. Die beste Quelle für realistische und umfangreichere Informationen ist weiterhin das Internet. 

Im Rahmen der Reihenunter- suchungen mittels Schilddrü- sensonographie wurden bereits jetzt schon bei drei Kindern Schilddrüsenkrebs diagnostiziert, der operiert werden musste. Bei sieben weiteren Kindern besteht der Verdacht einer Krebserkrankung und viele weitere Kinder weisen Zysten in der Schilddrüse auf, die beobachtet werden müssen. Normalerweise kommen diese Veränderungen der Schilddrüse bei Kindern eher sehr selten oder gar nicht vor.

Ein Anstieg weiterer Krebserkrankungen, wie z.B. Leukämie ist in der nächsten Zeit zu erwarten.

 

Grundsätzliches zu Radioaktivität

Die Kontamination durch Radioaktivität kann durch Wellen- strahlung (weitreichende radioaktive Strahlen) oder durch Partikelstrahlung erfolgen. Über feine radioaktive  Partikel, auch Strahler genannt, die in den Körper oder auf die Haut gelangen, wird das Gewebe in unmittelbarer Nähe direkt geschädigt.

Die Strahlendosis

Es gibt keine ,,sichere“ Strahlendosis, die man als unbedenklich bzw. als ungefährlich bezeichnen könnte. Von daher können auch, wie neuste wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, keine verbindlichen Grenzwerte festgelegt werden. Wie schädigend eine bestimmte radioaktive Dosis ist kommt ganz darauf an wie empfindlich das betroffene Lebewesen ist. Kleine Kinder zum Beispiel reagieren wesentlich empfindlicher auf Radioaktivität als Erwachsene. Ein Embryo ist noch empfindlicher!

Zum Vergleich: Beim Tabakkonsum gibt es auch keine Grenzen für Zigarettentagesmengen, die noch als ,,ungefährlich“ eingestuft werden könnten. Jeder ,,verträgt“ es unterschiedlich.

Ein Verbindung zwischen der Anhäufung von Krebserkrankungen, z.B. Leukämie-Cluster in Gebieten von Kernkraftwerken oder dort, wo es zuvor einen radiologischen Zwischenfall gegeben hat, und der daraus resultierenden Strahlung als mögliche Ursache dafür, wird durch die Atomindustrie und der Politik gerne in Abrede  gestellt.

Das Rauchen als Ursache für Krebs wird jedoch sehr gerne in offiziellen Berichten angeführt. Es wird sogar exzessiv davor gewarnt.

Bodenproben zur Feststellung der radioaktiven Belastung

10 bis 30 Bq/kg Uran im Erdreich sind noch ,,normal“. Auch Cäsium137 von etwa 20 Bq/kg in der Bodenprobe sind aufgrund früherer Atombombenversuche, die weltweit durchgeführt worden sind ,,normal“.

Die ,,natürliche“ Hintergrundstrahlung schwankt weltweit betrachtet von 1 bis 4 mSv/a. Eine Röntgenuntersuchung der Lunge (Röntgen-Thorax) verursacht eine Strahlenbelastung (Wellenstrahlung) von 0,2 mSv pro Untersuchung.

Der Austritt an radioaktiven  Jod 131 war in Fukushima um ein vielfaches höher als in Tschernobyl. Die Entwicklung der Schilddrüsenerkrankungen in Fukushima ist anhand der Daten aus Tschernobyl nicht prognostizierbar, da einerseits der Fallout an radioaktiven Jod in beiden Fällen unterschiedlich gewesen ist und die heutige Ukraine im Gegensatz zu Japan ein Jodmangelgebiet ist. Somit werden die Schilddrüsenerkrankungen in Tschernobyl statistisch gesehen um 30% höher liegen als in Fukushima.

Die Strahlenkarten

Weniger bekannt ist jene Strahlenkarte, die auch den Fallout, der über das Meer nieder ging zeigt. So sind neben der stark kontami- nierten ,,Schmauchspur“, die in Richtung Date, bis kurz vor Fukushima City führt, weitere etwas schwächer kontaminierte Gebiete, sowie die stärker kontaminierten Hotspots, die von Sendai bis Tokyo reichen eingezeichnet. Die ,,Schmauchspur“ ist am 15.03.2011  aufgrund von Niederschlägen bei Westwind entstanden. Dem entsprechend weisen auch die Bodenproben dieser Gebiete hohe Werte einer Strahlenbelastung auf.

20% des radioaktiven Fallouts gingen aufgrund der Wetterverhältnisse auf das japanische Festland nieder. Die restlichen 80% wurden mit dem Wind auf das offene Meer hinaus getragen. Im Falle einer umgekehrten Windrichtung, wären große Teile Japans bis hin nach Korea und China kontaminiert worden.

Um das gesamte Ausmaß klein zu reden, wird der Fallout von 80%, der auf das Meer nieder ging, von Tepco und der Regierung gerne verschwiegen bzw. für harmlos erklärt. Das Gleiche gilt auch für die zuvor beschriebenen ,,Ausläufer“, die von Sendai bis Tokyo reichen.

Im Boden befinden sich radioaktive Partikel (radioaktive Strahler) die eine direkte Auswirkung auf den Menschen haben. Sie werden von den Pflanzen (z.B. Reis) aufgenommen und gelangen somit in die Nahrungskette. 

Lebensmittel, die aufgrund ihrer Radioaktivitätswerte in Tschernobyl aus den Verkehr gezogen wurden, durften in Japan weiterhin in den Handel gebracht werden.

Das Meer vor der Küstenregion von Fukushima galt als eines der fischreichsten Gewässer Asiens.

 

Kritik an der WHO-Studie "Health risk assessment" 2013

Die in Februar 2013 veröffentlichte WHO-Studie zur Einschätzung des gesundheitlichen Risikos durch den radioaktiven Fallout nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima wird von der IPPNW und weiteren unabhängigen Experten stark kritisiert. Grund dafür sind die in der WHO-Studie zu niedrig angegebenen Werte, die somit nicht der Realität entsprechen und letztendlich die gesamte Katastrophe und dessen Folgen verharmlosen.

Man sollte annehmen, dass man von der WHO eine solide und wissenschaftlich fundierte Studie, die nach besten Wissen und Gewissen erstellt worden ist erwarten könnte. Das ist jedoch leider nicht der Fall.

Alle benötigten Daten dazu hat die WHO von der IAEA erhalten. Die IAEA ist stets bestrebt die Atomwirtschaft zu fördern und würde ihr auch niemals schaden.

Die WHO ist vertraglich an die IAEA gebunden, darf keine weiteren bzw. unabhängigen Experten befragen und musste somit die von der IAEA gelieferten Studiendaten komplett übernehmen und hat anhand dessen ihren Bericht erstellt. Zudem verfügt die WHO auch nicht über eine eigene Expertenabteilung für dieses Fachgebiet.

Die angegebenen Zahlen zu den Krebsfolgeerkrankungen und den Strahlenbelastungswerten aus der IAEA-Quelle sind sogar niedriger angegeben als in den Daten von Tepco, dem Betreiber des AKWs Fukushima dai ichi!

Zudem wird auch, um das Ausmaß kleiner zu halten, ,,nur“ die Präfektur Fukushima in der Studie berücksichtigt. Die restliche Umgebung bleibt außen vor. Dadurch fallen z.B. Probleme durch kontaminierte Lebensmittel, die in andere Teile Japans gelangten, Probleme an den Hotspots und Folgeerkrankungen weiterer Personen komplett heraus. Somit wurden die Zahlen ebenfalls auf künstliche Weise niedrig gehalten.

Aus den Bodenproben wurden nur jene herausgefischt und verwertet, die niedrige Werte einer radioaktiven Kontamination aufwiesen. Es fehlte also die ,,bunte Mischung“ der Bodenproben.

Normalerweise muss man, um einen repräsentativen Wert zu erhalten,  aus vielen Bodenproben, die an verschiedenen Stellen entnommen wurden sind eine Mittelwert errechnen.

Auch in puncto Kindergesundheit in Verbindung mit Radioaktivität lieferte die IAEA, obwohl sie über keine Kinderärzte verfügt die kompletten Daten.

All das wäre genauso, als würde der größte Tabakkonzern der Welt die kompletten Daten für eine Studie, die Krebserkrankungen in Verbindung mit Tabakkonsum erläutern soll liefern…

Das Risikoprofil der Schilddrüsenerkrankungen bei Kinder und dessen Zahlen werden durch die WHO bzw. durch die IAEA ebenfalls zu niedrig angegeben. Laut Einschätzungen der IPPNW liegen die Werte deutlich höher.

 

Parallelen zu Tschernobyl

Bezüglich der Säuglingssterblichkeit nach dem Super-GAU in Fukushima fiel auf, dass nach zwei und nach neun Monaten ein Anstieg zu verzeichnen gewesen ist. Genau das gleiche Phänomen ist auch zuvor in Tschernobyl aufgetreten.

In beiden Fällen betrug der Anstieg der Säuglingssterblichkeit nach zwei bzw. neun Monaten 4%.

 

Weitere Folgeerkrankungen der Radioaktivität (Auszug)

Neben den Krebserkrankungen zeigen sich noch weitere Erkrankungen, wie z.B. Veränderungen der Blutgefäße ,,Arterienverkalkung“ oder psycho-soziale Folgen, die aus dem Umgang mit der radioaktiven Belastung und den daraus resultierenden Ängsten hervor gehen.

 

Tipps, was jeder einzelne tun kann

Sich selber über unabhängige Quellen informieren und das Wissen an andere weiter vermitteln. Mit dem Wissen werden die Mährchen der Atomlobby widerlegt.

Alles kritisch hinterfragen! Damit geht man vielen Dingen besser auf den Grund und kann Abweichungen schnell herausfiltern.

Politiker, Lokalpolitiker, gerne auch vor den Wahlen, mit den eigenen Sorgen und Ängsten konfrontieren.

 

Energiewende in Japan fördern

Die Japaner sind verunsichert und denken das Japan als rohstoffarmes Land keine Ressourcen hätte. Hat es aber wohl! Eine Umstellung auf 100% erneuerbare Energie ist in Japan durch aus innerhalb kurzer Zeit möglich. Denn Japan ist ein sehr sonnenreiches Land, verfügt über Wind und Wärme aus Vulkangestein und bietet somit sehr viel Potential um die erneuerbaren Energien zu verwirklichen.

 

Während man in Deutschland den Stromanbieter wechseln kann, das heißt zu einem zertifizierten Ökostromanbieter, gestaltet sich das in Japan noch etwas schwieriger.

Der japanische Strommarkt soll aber liberalisiert werden. 

 

Mehr Hintergrundinformationen zu Radioaktivität und dessen Folgen, den Zuständen in Fukushima, Alternativen zum Atomstrom, der Entwicklung auf dem Strommarkt, sowie viele weitere wichtige Informationen finden Sie hier.

 

Januar 2013

           Der kalkulierte Strahlentod

Noch immer entweicht täglich Radioaktivität aus den Reaktoren des havarierten AKWs Fukushima dai ichi, die uns noch über Jahrzehnte begleiten und weitere gesundheitliche Schäden zufügen wird. Radioaktiver Staub aus dem AKW wird mit dem Wind in die Städte getragen...

Die Nahrungskette hat es auch schon längst erreicht.

Im Foodwatch-Report 2011 deckt die IPPNW Unglaubliches auf.

Der Report dokumentiert auch, dass es keine sicheren Grenzwerte für Lebensmittel gibt und welche gesundheitlichen Schäden die Radionukleide, die wir mit der Nahrung aufnehmen verursachen.

Auch heute noch sind die Folgen von Tschernobyl zu spüren. Wildschweine und Pilze aus Süddeutschland sind weiterhin stark kontaminiert und somit gefährlich. In Japan hat sich die Kontamination in der Nahrungskette rasch im ganzen Land ausgebreitet. Das Meer, vor allem die Nordostküste ist radioaktiv verseucht...

Lesen Sie ausführlich im Foodwatch-Report 2011 der IPPNW welche gesundheitlichen Schäden durch die Folgen der Kernenergie verursacht werden.

 

November 2012

AKW Fukushima dai ichi immer noch instabil !

Reaktorgebäude 4, samt dem vollen Abklingbecken mit 1533 Brennelementen ist akut einsturtzgefährdet

 

Neben den stendig nötigen Reperaturarbeiten an defekten Kühlsystemen oder Rohrleitungen, die immer wieder Leckagen aufweisen, müssen derzeit laufend die sinkenden Wasserstände in den Reaktoren 1 bis 3 durch Erhöhung der Wassereinspeisung angepasst werden.

Reaktorgebäude 4
Reaktorgebäude 4

Das ist aber nur das kleinere Übel im Vergleich zu dem, was da im Reaktor 4 alles an Gefahren schlummert. Denn der Reaktor 4, der durch das Erdbeben am 11.03.2011 sehr stark beschädigt wurden ist, ist einsturzgefährdet. Der Reaktorkern ist zwar leer und bietet somit selber keine Gefahr, aber das volle Abklingbecken mit 1533 Brennelementen, was sich im 4. Stock, also in 30 Meter Höhe befindet, könnte bald herabstürzen. Auch der 3 Tonnen schwere Kran zum Transport der Brennelemente liegt seit dem GAU mit im Abklingbecken und ist mit den Brennelemenmten verkeilt. Das ist ein Gesamtgewicht von über 700 Tonnen, was nur noch durch das marode Mauerwerk und dem kaputten Stahlgerippe gehalten wird. Zudem verläuft unterhalb der Südseite des Gebäudes, also auf der Seite, wo sich das Abklingbecken befindet, eine aktive geologische Verwerfungslinie. Das Reaktorgebäude ist mittlerweile 80 cm nach rechts, also nach Süden geneigt, so dass es dort mit 40 Stahlstützen verstärkt werden mußte. Weitere Stabilisierungs-und Reperaturarbeiten am Gebäude sind jedoch aufgrund der hohen Strahlung, die momentan bei etwa 1 Sv/h liegt, nicht möglich.

Ein leicht bis mittelstarkes Erdbeben, was in Japan nicht gerade selten ist, würde da schon ausreichen um das Gebäude zum Einsturz zu bringen. Somit würde das Abklinkbecken samt Inhalt aus 30 Metern Höhe auf dem Boden krachen. Die nun frei herumliegenden Brennelemente, dessen Kühlung nun völlig unmöglich wäre, würden sich durch die Nachzerfallswärme rasch aufheitzen und somit eine massive Kritikalität mit unabsehbaren Folgen auslösen.

Die Radioaktivität würde so derartig ansteigen, dass Japan in zwei Hälften unterteilt, bzw. fast gar nicht mehr bewohnbar wäre. Die radioaktive Strahlung würde sich auf der gesamten Nordhalbkugel, Deutschland mit inbegriffen, ausbreiten.

Auf dem AKW-Gelände wäre ein Anstieg der Strahlung bis zu 20 Sv/h zu erwarten. Da das eine absolut tödliche Strahlendosis ist, müßte das AKW sofort evakuiert werden und bliebe nun sich selbst überlassen. In Folge dessen würde es dann völlig außer Kontrolle geraten. Neben der eintretenden Kritikalität durch die nun ungekühlt herumliegenden 1533 Brennelemente käme es auch zu erneuten Kernschmelzen in den anderen Reaktoren und Kritikalitäten in den dazugehörigen Abklingbecken; da dort aufgrund der nun fehlenden menschlichen Kontrolle die Kühlung nach und nach ausfallen würde.

Derzeit lagern im gesamten Kraftwerk   14 225 Brennelemente. Darunter befinden sich auch zahlreiche MOX-Brennelemente, die in Reaktor 3 zum Einsatz kamen.

Laut wissenschaftlichen Studien wäre der Cäsium137-Fallout 85 mal höher als 1986 in Tschernobyl.

Während die Brennelemente der anderen Reaktoren in Kürze geborgen werden sollen, ist die Bergung der Brennelemente von Reaktor 4 erst für 2013 geplant. Derzeit gibt es auch noch keine Strategie, wie man die verkeilten Brennelemente einigermaßen sicher aus dem Abklingbecken in 30 Metern Höhe ,,herausfischen'' soll. 


Video-Tipp:

徹底検証 : 福島第一原発 4号機 , Grundlegende Untersuchungen: AKW Fukushima dai ichi, Reaktor 4. (Entdeckt auf Youtube)

Der mögliche Einsturz von Reaktor 4 wird simuliert und erklärt.

Auch wenn das Video nicht auf deutsch verfügbar ist, ist es trotz dem gut verständlich, da die Bilder selbsterklärend sind.

 

Der Unfallhergang im AKW Fukushima dai ichi

Was geschah wirklich ? Verheimlichung, Vertuschung, was alles schon in der Vergangenheit begann...

Der Super-GAU im AKW Fukushima dai ichi

Schon in der frühen Vergangenheit wurden Berichte und Logbücher gefälscht um Mängel zu vertuschen. Nötige Verbesserungen waren zu kostenintensiv und wurden somit unterlassen.

Es begann schon mit der Grundsteinlegung, dem sog. Pfusch am Bau ...

Doch irgendwann, wie das folgende Sprichwot sagt, kommt die Warheit ans Licht. 

...und ist es noch so fein gesponnen, kommt es doch an's Licht der Sonne... 

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Oktober 2012

Das atompolitische Procedere in Japan und die aktuelle Lage in Fukushima

Ein sehr interessanter Info-Tipp:

Derzeit gibt es immer noch kein Umdenken in der japanischen Energiepolitik, obwohl man, wie bereits bewiesen, komplett auf die gefährliche Kernenergie verzichten könnte. 

Warum das so nicht umgesetzt wird und warum die Politiker in der Regierung gar kein Interesse daran haben, wird in der Homepage der ,,Fresh Currents'', Japans flow from a nuclear past to a renewable future (,,Frische Ströme'', der Weg Japans von einer atomaren Vergangenheit in eine erneuerbare Zukunft) sehr gut beschrieben. Dazu gibt es sehr interessante Hintergrundinformationen über das atompolitische Procedere und Aktuelles zu Fukushima. Die HP ist zwar auf englisch, ist aber leicht verständlich geschrieben.