Durchgeführte Anti-Atom-Aktionen ab 2012 

 

November 2015

Benefizkonzert zu Gunsten der Kinder in Fukushima am 14.11.2015 in Düsseldorf Werke von F. Schubert, R. Schumann, R. Strauss und japanische Lieder vorgetragen von der Opernsängerin Machiko Obata, begleitet auf dem Klavier durch Kumiko Hokama im Palais Wittgenstein zu Düsseldorf. 

Nach einer kurzen Einleitung und Vorstellung der vortragenden Künstler durch Hiroko und Chii Fujii (SGD) auf Deutsch und Japanisch wurde in einer Kurzfassung die aktuelle Situation in Fukushima beschrieben und der Zweck der Veranstaltung aufgezeigt (s.u.).

Dann erfolgten vor einem Publikum von über 200 Besuchern die musikalischen Beiträge wie im Spielplan angekündigt. In der Pause und am Ende nutzten die Gäste die Gelegenheit für weitere Fragen, um zu spenden und erhielten Informationsmaterial zum Okinawa-Kuminosato-Projekt.

Immer noch müssen Leute, vor allem Kinder in einer verstrahlten Umgebung leben. Und obwohl sich die Folgeerkrankungen häufen, z.B. Schilddrüsenkrebs bei Kindern, sieht die japanische Regierung keinen Handlungsbedarf. Statt zu helfen, wird weiterhin versucht die gesundheitlichen Folgen der erhöhten Radioaktivität herunterzuspielen. . .

Die Leidtragenden sind vor allem die Kinder, die empfindlicher auf erhöhte Radioaktivität reagieren als Erwachsene und somit unverzüglich aus der Präfektur Fukushima evakuiert werden müssten. Um wenigstens einen Teil dieser Kinder für ein bis zwei Wochen aus der Strahlenregion zu holen, unterstützen wir, die Sayonara Genpatsu Düsseldorf e.V. das Okinawa-Kuminosato-Projekt. Mit diesem Projekt wird es den Kindern bei einem Kuraufenthalt auf einer Insel bei Okinawa in Südjapan ermöglicht einfach mal Kind zu sein, im Matsch zu spielen etc., ohne auf radioaktive Gefahren achten zu müssen. Auch wenn die Aufenthalte recht kurz sind, sind diese dennoch sehr effektiv. 

Sceenshot vom Video der Okinawa Kuminosato 沖縄・球美の里
Sceenshot vom Video der Okinawa Kuminosato 沖縄・球美の里

Für die großzügige Spende von 1975,52 Euro bedanken wir uns sehr herzlich bei unseren Besuchern! Wir bedanken uns auch sehr herzlich bei Frau Obata und Frau Hokama für ihren hervorragenden Einsatz und den völligen Verzicht auf die zustehende Gage.

Der Erlös des Benefizkonzertes wird in Kürze nach Japan überwiesen. Somit wird es weiteren Kindern aus der Präfektur Fukushima ermöglicht am Kuminosato-Projekt teilzunehmen, wo sie wieder einmal Kind sein können und um neue Kraft zu tanken.

Wer jetzt keine Gelegenheit hatte zum Benefizkonzert zu kommen, aber trotz dem einen Beitrag zu Gunsten der Kinder in Fukushima leisten möchte, kann dieses auch gerne und ganz bequem über die nachfolgende Bankverbindung erledigen. Eine Spendenquittung wird auf Wunsch selbstverständlich ausgestellt. Bitte auf dem Überweisungsträger Name und Anschrift und den Vermerk „Spendenquittung erbeten“ hinzufügen. 

Bankverbindung:

Empfänger: Sayonara Genpatsu Düsseldorf e.V.

Postbank Dortmund

IBAN: DE75 4401 0046 0103 6064 62

BIC: PBNKDEFF

Stichwort: „Für Kinder in Fukushima“

Ausführliche Informationen zum Okinawa-Kumimoto-Projekt

Japanisch            Englisch

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März 2015

 

Unsere beiden Aktionen zum 4. Fukushima Jahrestag in Düsseldorf am 13. und 14.03.2015:

 

Vortrag am13.03.2015

4 Jahre nach der Katastrophe von Fukushima

Diskriminierung als politisches System – Japan im Umgang mit Opfern und Kritikern

 

Ein Vortrag von Shin Sugok vom 13.03.2015 in der VHS Düsseldorf

 

Nach einer kurzen Einleitung und Vorstellung der Referentin Shin Sugok durch Frau Prof. Dr. Makiko Hamaguchi von Sayonara Genpatsu Düsseldorf begann der Vortrag, dem etwa 100 Zuhörer beiwohnten. Die deutsche Übersetzung erfolgte durch Frau Heike Patschke, einer selbstendig tätigen Dolmetscherin.

Die Rednerin Shin Sugok ist eine in Tokyo geborene Koreanerin, in dritter Generation. Shin Sugok, die in Japan schon selber Diskriminierung und Rassismus erfahren musste, macht sich stark gegen den rechtsradikalen Negativtrend, der sich seit der Reaktorkatastrophe auch gegen die Strahlenopfer von Fukushima richtet. Sie ist Vorsitzende vom Netzwerk „Norikoenettio“ (Internationales Netzwerk gegen Rassismus).

Vortrag von Shin Sugok
Vortrag von Shin Sugok

Einleitend gehet Shin Sugok auf den Beginn der Dreifachkatastrophe von März 2011 ein. Darin betont sie, wie heftig die Ausmaße des Tsunamis gewesen sind. Sie war vor Ort, berichtete von einem heillosen Durcheinander, überall Schutt und Trümmer, drunter Leichen. Was in den Fernsehbildern schon heftig aussah, wirkte vor Ort, wenn man das live sieht, noch viel viel schlimmer, so dass man auch den Eindruck hatte, das die Fernsehbilder für die Nachrichten so ausgewählt worden sind, dass das ganze Ausmaß in abgeschwächter Form zur Darstellung kommt.  

„Da war Brandgeruch, der Geruch von Öl und all die Trümmer, die im Schlick lagen“. Das Erdbeben war schon in Tokyo sehr heftig, so dass man sich nicht auf den Beinen halten konnte. Aber in Nordostjapan war es noch viel heftiger und dazu auch noch die Reaktorkatastrophe. . .  

Shin Sugok berichtet von einer Bekannten, einer 90 jährigen Dame, ebenfalls Koreanerin, die früher im Krieg als „Trostfrau“ (Zwangsprostituierte für die japanischen Soldaten) zwangsrekrutiert worden ist. Sie wäre durch den Tsunami fast um gekommen, da sie aufgrund ihrer Schwerhörigkeit all die Warnungen nicht hörte und erst etwas merkte, als sie auf einmal mit den Füßen im Wasser stand, was in ihr Haus eindrang. . .

Sie suchte Zuflucht in eine Flüchtlingsunterkunft, wo sie sich aus Sorge vor Diskriminierung unter einem japanischen Namen registrieren ließ, was die Suche nach ihr nicht gerade leichter machte. . .

Am stärksten wurden die Schwächsten getroffen, all diejenigen, die nicht schnell genug vor dem Tsunami fliehen konnten. All die schrecklichen Anblicke kamen im Fernsehen gar nicht so zum Ausdruck.

In den Flüchtlingsunterkünften waren die Leute eng zusammen gepfercht. Es war kalt, keinen Privatsphäre. Es kam auch zu Belästigung durch andere, so dass es teilweise beängstigend war. Wieder andere liefen nachts mit einer Taschenlampe umher, störten die Nachtruhe. Es war laut, eine ständige Unruhe, es kam zu unangenehmen Begegnungen mit seltsamen Zeitgenossen, so dass einige, die ihr Auto da hatten, lieber darin übernachteten.

In den vom Tsunami verwüsteten Gebieten lagen zwischen den Trümmern überall verteilt persönliche Gegenstände der Opfern. Ein bunter Kinderfuton hing in den Bäumen. . . woanders lag eine gelbe Kappe, die einem Grundschulkind gehören musste. Von der Schule dort existieren nur noch Teile der Grundmauern. . . 

. . . und jeden Tag kam es zu weiteren Todesmeldungen.

Bis heute sterben immer noch Leute an den posttraumatischen Folgen der Tsunamikatastrophe.

Auf einem Haufen stapeln sich Autos, die angespült worden sind. Und dann ist da noch die hohe Strahlung vom größten Reaktorunglück in der Geschichte der Kernenergie.

Polizisten, die die Grenze der 20-km-Sperrzone bewachen sollen, werden aus ganz Japan rekrutiert, da sie wegen der hohen Strahlung alle zwei Wochen ausgewechselt werden müssen. Shin Sugok hat mit einigen Polizisten gesprochen. Diese sorgen sich wegen der hohen Strahlung um ihre Gesundheit und wollen hinterher auch lieber keine Kinder mehr in die Welt setzen. . .

Die Häuser in der Sperrzone, die vom Tsunami nicht betroffen waren, wurden, als der nukleare Notstand und der Evakuierungsbefehl ausgerufen worden ist, Hals über Kopf verlassen. Hier und dort hing noch Wäsche draußen.

Über die vielen Suizide verzweifelter Menschen, die keinen Ausweg mehr sahen, berichteten die Zeitungen jedoch nicht. . .

Überall misst Shin Sugok hohe Strahlenwerte. Die radioaktiven Partikel gelangen überall hin, ins Wasser, in die Nahrungskette usw. . .

Auch vier Jahre nach der Dreifachkatastrophe leben immer noch 140 000 Flüchtlingen in Containersiedlungen, in denen es im Winter kalt und im Sommer heiß ist. Eine Entschädigung haben die meisten Betroffenen auch noch nicht erhalten.

Früher war die Präfektur Fukushima sehr berühmt für ihren reichhaltigen Obst- und Gemüseanbau und der guten Qualität ihrer Produkte. Jetzt ist alles radioaktiv verseucht. Nichts ist mehr genießbar.

Einige Bauern haben versucht, ihre Anbauflächen und Obstbäume zu dekontaminieren und dabei selber eine ordentliche Dosis Strahlung ab bekommen.

Es kam zu erheblichen Absatzproblemen. Die Präfektur hatte zwar zunächst, um die Bauern zu unterstützen, die Produkte gekauft, diese stellten sich jedoch als ungenießbar heraus.

Sehr viele Leute sind aus der Präfektur Fukushima geflohen. Die Radioaktivität hat sich bis Tokyo ausgebreitet, wo es vereinzelte Hotspots (Gebiete mit sehr hoher Strahlung) gibt.

Gemüseanbau in Fukushima
Gemüseanbau in Fukushima
Leben in einer verstrahlten Region
Leben in einer verstrahlten Region

Das Wasser in der Präfektur Fukushima sei angeblich unbedenklich, was der damalige Regierungssprecher Sonada medienwirksam demonstrierte, in dem er vor laufender Kamera ein Glas Wasser trank. Mit dieser Aktion sollten die Leute via Massenmedien beruhigt werden. Eine Gehirnwäscheaktion.

Shin Sugok ergänzt: „Nach einem Krieg, wenn alles bombardiert worden ist, bleiben die Flüsse und die Berge erhalten, nach einer Reaktorkatastrophe allerdings nicht. Da sind Flüsse und Berge radioaktiv verseucht . . .

Nach dem die Leute begriffen haben, dass die Atomkraft gefährlich ist, wurde erzählt, dass die Radioaktivität nicht so gefährlich sei . . .

In Japan liefen 58 Reaktoren. Die bisher freigesetzte Radioaktivität entspricht das 1,3 Millionenfache der Hiroshima-Bombe.

Viele Leute leben immer noch in den verstrahlten Gebieten, können nicht weg, versuchen sich damit zu arrangieren. Die Kinder müssen sich vorwiegend drinnen aufhalten, werden dick. . . Die Mütter sind wegen der Kinder sehr besorgt, die Männer gestresst und angenervt, wollen das alles nicht mehr hören. Es kommt zu Beziehungsproblemen bis hin zu Scheidungen.

Die Anzahl der Schilddrüsenkrebserkrankungen bei Kindern steigt weiter. . .

Die Strahlenopfer werden durch andere diskriminiert, in der Jobsuche benachteiligt, finden keinen Ehepartner, weil man keine Kinder will, die an Krebs erkranken. . .

So versuchen einige ihre Herkunft zu verheimlichen.

Die Radioaktivität verursacht genetische Schäden über Generationen und die Krebserkrankungen häufen sich. Es gibt jedoch keine Beweise, die die Herkunft der Krebserkrankung im Zusammenhang mit der Strahlung belegen. Und wegen der fehlenden Beweise gibt es auch keine angemessene ärztliche Versorgung bzw. eine Entschädigung.

Kinder aus Fukushima werden gleichermaßen diskriminiert. Eine Nachbarin zu einem 5 jährigen Kind: „Ihr seid verstrahlt, geht zurück nach Fukushima!“

Es gibt sogar „Pro-Atom-Demos“ mit ebenfalls diskriminierenden Anfeindungen, sogar mit Übergriffen auf AKW-Gegner.

Um die Kernenergie in Japan überhaupt salonfähig zu machen, hat man schon immer zwischen der „friedlichen“ und der militärischen Nutzung der Atomenergie unterschieden.

Die Kosten für die Atomenergie gehen ins Unermessliche. Der stillstehende „schnelle Brüter“ Monju verursacht täglich Kosten von 54 Mio. Yen (415 800 Euro), ohne das auch nur eine einzige KW/h Strom produziert wird.

Die Arbeiter am AKW Fukushima dai ichi sind trotz kurzer Einsatzzeiten einer hohen Strahlung ausgesetzt. Im Sommer ist es sehr heiß unter der Schutzkleidung. Die Arbeiter werden schlecht bezahlt, sind als Leiharbeiter bei einem Subunternehmen beschäftigt, was ebenfalls von einem weiterem Subunternehmen angeheuert worden ist. Die Arbeitsbedingungen sind schlicht weg katastrophal. Die Arbeiter werden regelrecht verheizt. Arbeiten in der Reaktorruine, Flächendekontamination usw. . .

Leiharbeiter am AKW Fukushima dai ichi
Leiharbeiter am AKW Fukushima dai ichi

Es kam schon zu einigen Störfällen in Japan, die immer schön vertuscht worden sind . . . und die AKWs wurden vorwiegend in Gebieten mit eher armer Bevölkerung gebaut. Die Leute wurden zwecks Zustimmung mit Geld geködert.

Die Regierung ist bestrebt, einige AKWs wieder ans Netz zu nehmen und bekräftigt somit das Märchen vom rohstoffarmen Japan, was angeblich auf Kernenergie angewiesen sei. (Japan hat nämlich sehr viel Potential zur Energiegewinnung!!). Denn die Atomkraft ist ein sehr gewinnbringendes Geschäft, allerdings nur für 1% der Bevölkerung und zwar nur die mächtigen Lobbyosten.

Die Verantwortung für die Atomkraft ist in Japan so geschickt verteilt, so dass im Falle einer nuklearen Katastrophe keiner dafür direkt verantwortlich gemacht werden kann. Somit übernimmt auch keiner so wirklich die Verantwortung für die abgelaufene Reaktorkatastrophe in Fukushima, die ohne hin nach Wünschen der Atomlobbyisten soweit es machbar ist, unter den Teppich gekehrt werden soll.

Abschließend betont Shin Sugok, dass die Geschichte Japans korrekt wieder gegeben werden muss. Sie will dazu beitragen, dass man im Ausland, also auch hier in Deutschland die Wahrheit über Japan erfährt, damit sich solch eine Katstrophe (hoffentlich) nicht mehr wiederholt.

140 000 Strahlenflüchtlinge können nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren. . . Zahlen, die von offizieller Seite her verschleiert werden. . .  

Nachfolgend nutzen die Zuschauer um Fragen zu stellen.

 

Zum Video des Vortrags

 

Demo am 14.03.2015

Fukushima mahnt – Atomausstieg weltweit, auch in NRW

Demo zum 4. Fukushima-Jahrestag am 14.03.2015, einer gemeinsamen Aktion mit mehreren Antiatom-Gruppen aus der Umgebung und der bundesweiten Antiatom-Organisation „ .ausgestrahlt“, die hauptsächlich die deutschen und europäischen Atomprobleme behandelten, während wir, die Saynara Genpatsu Düsseldorf die japanischen Atomprobleme zur Sprache brachten und über die Opfer der Reaktorkatastrophe in Fukushima berichteten. Nach einer

Auftaktkundgebung bei E.on in Düsseldorf
Auftaktkundgebung bei E.on in Düsseldorf

musikalischen Einleitung durch die japanische Band „The Collenbachs“ und Klaus dem Geiger begann um 13:00 Uhr die Auftakt- kundgebung an der Zufahrtsstraße zur E.on-Hauptzentrale mit der Begrüßung und Vorträgen zu den deutschen und europäischen Atomthemen, unter anderem auch von Jochen Stay von „ .ausgestrahlt“. Der ursprünglich geplante Kundgebungsort für den Auftakt direkt vor dem Haupteingang der e.on-Zentrale konnte leider nicht genutzt werden, da die Fläche zu klein ist.

Weiter ging es dann im Demo-Zug den Rhein entlang durch die Altstadt zum Burgplatz. Die dortige Zwischenkundgebung wurde speziell für Fukushima gewidmet.

Demo Fukushima Jahrestag (Bild: aaa West)
Demo Fukushima Jahrestag (Bild: aaa West)

Nach einer kurzen Einleitung und Vorstellung der Rednerin Shin Soguk durch das SGD Vorstandsmitglied Dr. Mariko Fuchs, berichtete Shin Sugok über die aktuellen Zustände in Fukushima, u.a. auch, wie die Strahlenopfer von anderen Leuten diskriminiert werden und wie die Regierung weg schaut . . .

Anschließend gedachten wir den Opfern der Dreifachkatastrophe in einer Schweigeminute.

SGD-Infostand
SGD-Infostand

Danach zogen wir entlang dem Rheinufer weiter zum Wirtschaftsministerium, dem Ort unserer Abschlusskundgebung. Diese erfolgte mit Vorträgen zu weiteren innerdeutschen Atomproblemen unter anderem auch von Kerstin Ciesla, stellvertretende Vorsitzende vom BUND NRW. Für musikalische Unterhaltung sorgte Gerd Schinken und die Gruppe „Heiter bis Wolkig“.

 

An unserem SGD-Infostand erhielten Teilnehmer und Passanten brandaktuelle Berichte zum havarierten AKW, weitere Informationen zur Atom- und Energiepolitik in Japan, den Zuständen in Fukushima und darüber, wie die Regierung mit den Betroffenen umgeht.

 

An den anderen Infoständen konnten sich die Teilnehmer über die innerdeutschen und europäischen Atomangelegenheiten und über gute Alternativen zum Atomstrom informieren.  

 

Zum Video:

東日本大震災・4年追悼・脱原発・日独デモ  VIDEO
4.Fukushima-Jahrestag 辛 淑玉 Shin Sugok
2015 314日 デュッセルドルフ  14.03.2015 in Düsseldorf
"Fukushima mahnt - Atomausstieg weltweit!!"



März 2014

Unsere beiden SGD-Aktionen am Samstag, 08.03.2014 Zweiter Fukushima Tag „福島デー“ in Düsseldorf - zum dritten Jahrestag nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima

Die Reaktorkatastrophe am AKW Fukushima dai ichi jährt sich diesen Monat zum dritten Male und die Folgen werden immer deutlicher. In den öffentlichen Medien werden die Folgen jedoch verharmlost bzw. verschwiegen. Anlässlich dessen haben wir am Samstag, 08.03.2014 vor der Kunstsammlung NRW den zweiten Sayonara Genpatsu Düsseldorf „Fukushima Tag“ durchgeführt. Dabei gedachten wir den Opfern der Reaktorkatastrophe und weiteren Betroffenen in der Präfektur Fukushima und informierten über den derzeitigen Zustand vor Ort. Nach einer kurzen Einleitung durch Frau Dr. M. Fuchs (SGD Vorstand) legten wir eine Schweigeminute ein und gedachten der Tsunami- und AKW-Opfer. Anschließend informierte Frau H. Fujii (SGD) über die aktuellen Probleme in der Präfektur Fukushima, der japanischen Atompolitik, dem Export der Nukleartechnologie und wies auf eine sehr interessante und realitätsgetreue Reportage „Die Fukushima-Lüge – täuschen, tricksen, drohen“ des Fernsehsenders ZDF hin. Abschließend stellte sie das weitere Tagesprogramm vor.

Mako Oshidori, Journalistin
Mako Oshidori, Journalistin

Die japanische Journalistin Mako Oshidori berichtete über die katastrophalen Zustände am AKW Fukushima dai ichi und dem Missmanagement beim Betreiber Tepco, sowie dem politischen Procedere der Regierung. M. Oshidori ist in Japan schon des Öfteren „angeeckt“, da sie eine sehr kritisch, also realitätsgetreu berichtende Journalistin ist. (Siehe auch Veranstaltung ab 17:00 Uhr).

Herr Öztürk, Geschäftsführer der IG Metall Verwaltungsstelle Düsseldorf/Neuss schilderte das atompolitische Problem in der Türkei, einem Land, das genauso wie Japan erdbebengefährdet ist und ebenfalls ein gutes Potential für erneuerbare Energien hat und somit ohne weiteres auf AKWs verzichten kann.

„Und trotz allem strebt die Türkei den Ausbau der AKWs an“!! So Öztürk weiter.

Das selbe Problem hat auch Vietnam, worüber Frau Moni Dao aus Köln berichtete.

Denn beide Länder, also die Türkei und Vietnam sind schon kräftig dabei japanische Nukleartechnologie zu importieren.

Abschließend sangen wir gemeinsam mit unseren etwa 100 Teilnehmern das „Furusato-Lied,  故郷 , ein sehr bekanntes Heimatlied.

In unserer zweiten Veranstaltung, die im Haus der Kirche in Düsseldorf durchgeführt worden ist, berichtete Mako Oshidori, die japanische Journalistin, die bereits an der heutigen Nachmittagsaktion teil genommen hatte in einem zweistündigen Vortrag über die Situation in Fukushima.

Etwa 130 Zuhörer besuchten diesen hochinteressanten Vortrag, bei dem die Journalistin M. Oshidori wahrheitsgetreue Informationen aus erster Hand präsentierte.

Mako Oshidori, Vortrag in Düsseldorf
Mako Oshidori, Vortrag in Düsseldorf

M. Oshidori berichtete über die Gesamtsituation in der Präfektur Fukushima, dem Umgang der Regierung mit den Betroffenen und der Verschleierungspolitik und darüber, mit welchen Maßnahmen kritische Berichterstatter boykottiert werden.

Die hier erwähnten Bespitzelungsmaßnahmen erinnern sehr stark an die Stasi-Methoden der ehemaligen DDR und legen somit offen, dass Japan keines Wegs ein demokratisches Land ist, so wie es die meisten Europäer denken.

Sie wies unter anderem auf weitere Gefahren am AKW Fukushima dai ichi hin, die den wenigsten bekannt sind. Da sie dort schon mehrfach vor Ort gewesen ist und an vielen Tepco-Konferenzen teil genommen hat, kann sie die Lage am AKW auch sehr  gut beurteilen. (Eine genaue Zusammenfassung des Vortrags folgt in kürze).

Zu den einzelnen Themen zeigte M. Oshidori Bilder und Skizzen. Und nach dem Vortrag beantwortete M. Oshidori die Fragen der Zuhörer.

Beendet wurde die Veranstaltung mit einer kurzen Artperformance von Ken und Mako Oshidori. 

Vortrag der kritisch und ungeschönt berichtenden Journalistin Mako Oshidori im nachfolgendem Video:

Oktober 2013

第六回脱原発アクション   sechste Aktion 

Antiatom-Wochenende (12/13.10.2013) mit dem SGD Uranium Film Festival und Antiatomveranstaltung mit Artperformance und Live Musik vor der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf

 

SGD Uranium Film Festival im Bambi Filmkunstkino Düsseldorf  

Unser Antiatom-Wochenende begann am Samstag mit dem SGD Uranium Filmfestival im Bambi Filmkunstkino Düsseldorf.

Dort wurden vier Filme in einer Gesamtlänge von 120 Minuten vorgeführt, die durch uns sorgfältig ausgesucht worden sind. In diesen Filmvorführungen wurden die Gefahren und Folgen der Kernenergie und der Kernwaffen in einer ergreifenden Weise zum Ausdruck gebracht.

„Womon of Fukushima“, sechs Frauen berichten ungeschönt über die Vertuschungen und Verheimlichungen nach der Reaktorkatastrophe.

„Abita“, ein Trickfilm, wie Kinder die Reaktorkatastrophe erleben.

„Das Schönauer Gefühl“, Wie Stromrebellen das örtliche Stromnetz erobern.

„Friedensbotschaft aus Nagasaki“, Bericht eines Zeitzeugen, der den Atombombenabwurf überlebt hat.

Die etwa 50 Zuschauer zeigten nach der Filmvorführung eine positive Resonanz, die sich in den ausgefüllten Fragebögen widerspiegelte.

Antiatom Veranstaltung ,,Hilfe, ,,Fukushima dauert weiterhin an“

 - Fukushima und die Folgen der Kernenergie –

an der Kunstsammlung NRW in Düsseldorf

Am darauffolgenden Sonntag berichteten wir bei unserer Antiatom Kundgebung 

auf dem Grabbeplatz vor der Kunstsammlung NRW vor etwa 100 interessierten Zuhörern über die derzeitige Situation am AKW Fukushima dai ichi, die entgegen den Lügen und Behauptungen von Ministerpräsident Abe (LDP) absolut nicht unter Kontrolle ist. 

Vor allem gibt es immer noch keine Lösung für das „Wasserproblem“. 

Denn täglich gelangen 300 Tonnen hochradioaktiv verstrahltes Wasser pro in den Pazifik… und das schon seit über zwei Jahren…

Untermalt wurde unsere Antiatom Kundgebung durch die Musiker Selassikai und Klaus den Geiger, bekannt durch Youtube und anderen Live Auftritten. Neben weiteren Vorführungen präsentierte Bontaka san eine Karate-Performance, bei der die Atomlobby symbolisch zerschlagen wurde.

Unsere Antiatom Aktion auf Video mit allen Reden zum nachhören:

Die Begrüßung und Einleitung, sowie die Moderation, japanisch/deutsch erfolgte durch Dr. Mariko Fuchs und „Blumio“. Die erste Rede, in der das Problem mit dem radioaktiv verseuchten Wasser am AKW Fukushima dai ichi zur Sprache kam erfolgte durch „Bontaka san“ auf japanisch und in deutsch durch Chie Fujii.

Miriam Koch trat als Gastrednerin auf und erinnerte daran, dass die Reaktorkatastrophe in Fukushima nicht nur regional begrenzt, sondern ein Problem ist, was uns alle betrifft und appellierte, dass der Atomausstieg schon auf kommunaler Ebene, also quasi ab der eigenen Haustür voran gebracht werden muss.

„Kuma san“ vom Antiatomnetz Trier (Ein Kooperations- partner von uns) warnte vor weiteren Atomkatastrophen in unsicheren AKWs wie das grenznahe AKW Cattenom und brachte sein Unverständnis über die verantwortungslose Energiepolitik in Japan zum Ausdruck.

Dr. Dao vom Verein der vietnamesischen Flüchtlinge aus Köln appellierte in Anbetracht der Reaktorkatastrophe in Fukushima für einen sofortigen Atomausstieg weltweit und informierte über die vietnamesischen Atomprobleme.

Petra Alt (SGD) informierte über die gesundheitlichen Folgen durch die Reaktorkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima, den behördlichen Falschinformationen, den IAEA-getriggerten Pseudostudien der WHO und stellte die autonom arbeitende Klinik in Fukushima vor.

 

 

第五回脱原発アクション fünfte Aktion

Vortrag: Die Gesundheitsfolgen von Fukushima

              –Ein Kinderarzt berichtet-

In unserer Veranstaltung am 16.05.2013 berichtete Dr. Alex Rosen im Vortrag ,,Die Gesundheitsfolgen von Fukushima“ über die Auswirkungen der erhöhten Radioaktivität auf die Bevölkerung. Nach einer kurzen Einleitung durch H. Fujii

begann Dr. Rosen seinen Vortrag mit wichtigen Informationen zu den Grundlagen der Radio-

aktivität, Zahlen und Fakten und Beispielen von Folgeerkran-

kungen, die durch eine erhöhte Radioaktivität entstehen. Auf leicht verständlicher Weise vermittelte er die Tragweite der Reaktorkatastrophe für die Gesundheit der Bevölkerung in der Präfektur Fukushima und dessen Umgebung. Zum Vergleich nannte er auch Daten aus Tschernobyl. 

Daten und Fakten, die schlimmes erahnen lassen und deshalb gerne von der Atomlobby verschwiegen werden; weil sie die Gefahren der Kernenergie schonungslos offen legen. 

Auch die Kritikpunkte der IPPNW an der WHO-Studie zur Reaktorkatastrophe in Fukushima werden hier benannt und anhand sehr guter Beispiele erklärt. Die enge Beziehung der WHO zur Atomlobby kommt hier ebenfalls zu Sprache. Zum Schluss gab es noch hilfreiche Tipps und Informationen darüber, was man in Japan und in Deutschland selber tun kann um der Atomlobby Einheit zu gebieten. Auch die erstaunliche Erkenntnis, was das rohstoffarme Japan alles an ,,versteckten“ Ressourcen zur Energiegewinnung hat, wurde hier benannt.

Nach dem Vortrag nutzten die etwa 60 Besucher die Möglichkeit um Fragen zum Thema zu stellen und gingen mit einer Bereicherung an wertvollen Wissen und wichtigen Informationen nach Hause.

Wer nicht teilnehmen konnte bzw. noch einmal nachschauen möchte, findet hier einer informative inhaltliche Zusammenfassung aus dem Vortrag.

 

Die Zusammenfassung der Vortrags finden Sie unter ,,Aktuelles" Mai 2013.

Den Vortrag in voller Länge haben wir auf den folgenden beiden Videos für Sie mitgeschnitten.

Teil 1

Teil 2

 

第4回脱原発アクション  Fukushima Day in Düsseldorf

 Unter dem Titel ,,Fukushima Tag in Düsseldorf“ gedachten wir in unseren vierten Aktion den Opfern der verheerenden Dreifachkatastrophe,die sich am 11.03.2013 zum  

zweiten Mal jährt und bis heute noch nicht ausgestanden ist. Neben Redebeiträgen zur aktuellen Situation in Fukushima gedachten wir den Opfern der Tsunami- und AKW-Katastrophe. Es fogte eine Karate-Vorführung zur Zerschlagung der Atomlobby und ein Liederbeitrag für die Abschaffung der Kernenergie. Der anschließende Demo-Marsch führte vom Burgplatz über die Heinrich-Heine-Allee und Kö in Richtung japanisches Konsulat und endete am Hotel Nikko mit dem Heimatlied ,,Furusato“; um daran zu erinnern, dass die Radioaktivität aus dem havarierten AKW Fukushima dai ichi die Heimat vieler Leute unwiederbringlich zerstört hat.

Zum Video

Fukushima Day in Düsseldorf

 

第3回脱原発アクション

In unserer dritten Sayonara-Genpatsu Aktion, die am 15.12.2012 am Burgplatz in Düsseldorf statt fand, wurde in einer Karatedarbietung

Hier wird die Atomlobby zerschlagen
Hier wird die Atomlobby zerschlagen

die Atomlobby symbolisch zerschlagen. Dazu haben wir die Bevölkerung über die derzeitigen Zustände am AKW Fukushima dai ichi, vor allem über die Gefahren, die durch Reaktor 4               (s. Aktuelles) drohen informiert. Dadurch erhielt der interessierte Bürger nicht nur eine Information über den aktuellen Stand am AKW Fukushima dai ichi, sondern auch ein besseres Bewußtsein über die Gefahren und Folgen der Kernenergie.

Zerplatzte Atomlobbyisten-Träume
Zerplatzte Atomlobbyisten-Träume

Auch das Zerplatzen der Atomlobby-Träume, was durch den Widerstand aus der Bevölkerung in Japan, Deutschland und weltweit weiterhin forciert werden muß, wurde hier demonstriert. Zukunftspläne der Atomlobby für den Fortbestand der Kernenergie zerplatzen hier wie Seifenblasen.

Kekse mit Anti-Atom Label
Kekse mit Anti-Atom Label

Für das leibliche Wohl wurde ebenfalls gesorgt. Neben grünen Tee aus Japan erhielt der Besucher nach einer kleinen Spende für weitere Antiatom-Aktionen zur Unterstützung Japans, ein Tütchen ,,Antiatom-Kekse'' und andere Leckerein. Auch die kleinen

Atomkraft-Gegener konnten sich über die gefährlichen ,,Elektrizitätswerke'' informieren, während sie die Papierfaltkunst Urigami kennen lernten und selber große Seifenblasen ,,pusten'' durften.

Zum Video: Act 3


第2回脱原発アクション

Die zweite Sayonara Genpatsu-Aktion am 06.10.2012 begann mit einer Kundgebung vor dem Hotel Nikko, nahe dem japanischen Konsulat in Düsseldorf. es wurde über den aktuellen Stand der japanischen Atompolitik, dem Pseudoatomausstieg bis 2040 und der AKW-Neubauplanung für ein MOX-betriebenes AKW in Oma/Japan berichtet.

Anschließend folgte ein Demonstrationszug durch die Straßen, über die berühmte Kö zur Altstadt und endete am Infozelt auf dem Marktplatz.

Nach abschließenden Worten erfolgte eine Videobotschaft des berühmten japanischen Musikers R. Sakamoto, der sich neben der Musik auch sehr stark für den Atomausstieg in Japan und weltweit angergiert. 

Video zur Demo: Act two

 

 

Sonnenblumen stehen gegen Atomkraft  Oberkassler Rheinbrücke Düsseldorf
Sonnenblumen stehen gegen Atomkraft Oberkassler Rheinbrücke Düsseldorf

第1回脱原発アクション  

Bei unserer ersten Sayonara Genpatsu-Aktion am 25.08.2012

schmückten wir die Oberkassler Rheinbrücke in Düsseldorf mit Sonnenblumen, die als Symbol gegen die Atomkraft stehen.

Am Infozelt an dem sich etwa 300 Teilnehmer versammelten, wurde über die aktuelle Situation in Fukushima und über die derzeitige Atompolitik in Japan berichtet. Zudem erfolgte eine Rede der Ethecon über die Verleihung des ,,Black Planet Award'', einen Schmähpreis, der in Tokyo an Tepco verliehen wurde. 

Abschließend versammelten wir uns auf der geschmückten Brücke, um nach alter japanischer Tradition die Sonnenblumen in den Rhein zu werfen.

Etwas in einen Fluss zu werfen symbolisiert, dass man mit etwas abschließen möchte. In unserem Fall heißt das natürlich, dass wir die Atomkraft beenden wollen.

Video der Sonnenblumenaktion