Dokumentarfilm

 

„Kanon der kleinen Stimmen – Geschichten aus Fukushima“

 

(Jetzt auf DVD!)

Der bewegende Dokumentarfilm schildert die Situation der Einwohner von Fukushima, die nun mit den Folgen der Reaktorkatastrophe von März 2011 leben müssen. Nicht alle konnten fliehen und die hier verbliebenen werden von der Regierung, die die „Sache“ am liebsten unter den Teppich kehren würde, alleine gelassen.

Wegen der erhöhten Strahlung sorgen sich die Mütter um ihre Kinder. Alles ist radioaktiv kontaminiert, vor allem die Nahrungsmittel. Die Kinder bekommen Schilddrüsenkrebs und weitere Erkrankungen – wirkliche Hilfe von den Behörden gibt es jedoch nicht. Eher das Gegenteil! So werden z. B. für das Schulessen Lebensmittel aus der Region verwendet. Der Reis aus Fukushima sei laut den Behörden unbedenklich und könne von den Kindern ruhig verzehrt werden.

Aus den besorgten Müttern formiert sich eine Gruppe, die „Haha-Ranger“, die nun gemeinsam versuchen ihre Kinder zu schützen und andere Leute über die Gefahren der Radioaktivität aufklären wollen. Sie schaffen sogar „saubere“ Lebensmittel aus anderen Regionen heran.

 

Die Regisseurin Hitomi Kamanaka, die sich schon in früherer Zeit für die Strahlenopfer, vor allem Kinder in Tschernobyl eingesetzt hat, hat die Betroffenen in der Präfektur Fukushima über 2 Jahre lang begleitet und Interviews mit ihnen geführt, woraus dann diese Dokumentation entstanden ist.     

 

Für diesen Dokumentarfilm besuchte Hitomi Kamanaka auch Weißrussland und berichtet von den dort lebenden Leuten, die die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor 30 Jahren erlebt haben.

 

Die DVD „Kanon der kleinen Stimmen – Geschichten aus Fukushima“, die von der Regisseurin Hitomi Kamanaka für 15 Euro zum Kauf angeboten wird, ist ab sofort auch über unsere Homepage erhältlich. Im Kaufpreis enthalten ist eine Spende von 2 Euro, wovon u.a. weitere Aktivitäten unserer Gruppe finanziert werden.

 

Eine DVD kaufen:

DVD „Kanon der kleinen Stimmen – Geschichten aus Fukushima“

Sie möchten eine DVD erhalten? Dann einfach nur über das Kontaktformular eine Mail an uns schicken und Ihre DVD bestellen. Nach ein paar Tagen erhalten Sie dann die gewünschte Anzahl an DVDs (15 Euro pro Stück + Versandkosten) mit der beiliegenden Rechnung.

 

Gemäß den Bedingungen des Urheberrechts darf der Film auch vor öffentlichem Publikum vorgeführt (Kino, Veranstaltungssaal) werden:

Für eine einmalige Vorführung vor öffentlichen Publikum an nur einem Ort erhebt die Regisseurin eine Schutzgebühr von 100 Euro.

Für unlimitierte Mehrfachvorführungen an verschiedenen Orten erhebt die Regisseurin eine Schutzgebühr von 200 Euro.

 

Die Nutzung der DVD zum Kaufpreis von 15 Euro ist ausschließlich für den Privatgebrauch gestattet.

 

Zum Film „Kanon der kleinen Stimmen – Geschichten aus Fukushima“

Einen Eindruck über den Inhalt der Dokumentation erhalten Sie im nachfolgendem Video, wo Frau Prof. Dr. Makiko Hamaguchi die DVD vorstellt:

 

Frau Hamaguchi spricht über "Kanon der kleinen Stimmen Geschichten aus Fukushima"

Szenen aus dem Film „Kanon der kleinen Stimmen – Geschichten aus Fukushima

Nachfolgend noch ein paar Szenen, die in Bildern zusammengefasst sind und der Bericht einer Zuschauerin, die den Film bei der Aufführung in Düsseldorf gesehen hat. Sie ist gebürtig aus Litauen, was nicht sonderlich weit von der Tschernobyl-Region entfernt liegt.

 

Zwei Kinder auf dem Weg nachhause. Überall lauert die unsichtbare Gefahr der Radioaktivität. Eine Situation, die vor allem für kleinere Kinder kaum nachzuvollziehen ist. 

Ein großes Problem sind u.a. auch die radioaktiv kontaminierten Lebensmittel. Die Behörden sehen jedoch keinen Handlungsbedarf – eher im Gegenteil! 

Statt die verstrahlten Gebiete zu evakuieren laufen Dekontaminationsarbeiten, indem die obere Erdschicht abgetragen wird. Die Lehrerin läuft mit dem Geigerzähler herum und passt auf, dass die Schüler die noch nicht dekontaminierten Bereiche nicht betreten. 

Eine Antiatom-Gruppe und „die Mütter aus Fukushima“ veranstalten eine Anti-AKW-Demo in Tokyo-Shinjuku im Februar 2014. Die Kinder, die durch die hohe Strahlung besonders gefährdet sind und dessen Evakuierung von den Behörden als nicht notwendig erachtet worden ist, stehen hier im Mittelpunkt. 

Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse im Rahmen einer Reihenuntersuchung. Seit der Reaktorkatastrophe werden vermehrt Knoten und Zysten in den Schilddrüsen der Kinder festgestellt. Im Urin werden radioaktive Stoffe nachgewiesen. 

Auch in Weißrussland, 30 Jahre nach Tschernobyl leiden die Leute immer noch an den Folgen. Eine Mutter berichtet: „Meine Tochter leidet unter Bluthochdruck und Nasenbluten“ … „Die Adern sein zu schwach und platzen dann einfach“

Der Film „Kanon der kleinen Stimmen - Geschichten aus Fukushima“ von Hitomi Kamanaka - Eindruck einer Jugendlichen

Ein Bericht von Frau S. aus Littauen

 

Frau S aus Lettland ist 27 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Deutschland. Sie spricht ein ausgezeichnetes Japanisch, weshalb ich sie u.a. einlud, sich im März dieses Jahres den Anti-AKW-Film „Kanon der kleinen Stimmen – Geschichten aus Fukushima“ anzusehen, den wir anlässlich des 5. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Fukushima zeigten. Die Regisseurin Hitomi Kamanaka war ebenfalls mit anwesend. 

 

Einige Freiwillige aus unserer Gruppe SGD (Sayonara-Genpatsu-Düsseldorf e.V.) kamen zusammen und haben den deutschen Untertitel innerhalb einer kurzen Zeit fertiggestellt – das Ergebnis konnte Frau S dann direkt sehen, was ebenfalls ein Grund für die Einladung gewesen ist.

 

Frau S, die sich nicht sonderlich für Politik interessiert, sagte sofort, „Ich komme.“  Stimmt, sie kommt aus dem Baltikum. Neben Belarus (Weißrussland), das auch im Film zu sehen ist, waren Litauen und Lettland die drei Länder, über die die ersten „Wolken“ gleich nach dem Unfall von Tschernobyl hinweg zogen. Der Film wurde im Eko-Haus, einem Buddhistischen Tempel in Düsseldorf, gezeigt. Er war so gut besucht, dass sogar noch zusätzliche Stühle herangeschafft werden mussten. Frau S kam und begrüßte mich.

 

Nach zwei Wochen traf ich Frau S wieder. Ich fragte sie, was sie für einen Eindruck vom Film hatte.

Am Tag der Aufführung wurden Fragebögen verteilt, auf denen man seine Eindrücke zum Film schildern konnte. Sie erzählte, dass sie völlig durcheinander vor lauter Überraschung und Enttäuschung gewesen sei, so dass sie einige Tage brauchte, um überhaupt ihre Gedanken zusammenfassen zu können.

Bevor sie den Film sah, vermutete sie, dass es sich lediglich um eine Dokumentation handeln würde, die das Alltagsleben der Evakuierten aus dem kontaminierten Fukushima schildert. Sie kennt die Maßnahmen der damaligen Sowjetunion in Tschernobyl. Die japanische Regierung musste wohl ähnliche Maßnahmen getroffen haben – dacht sie.

Aber zu ihrer Überraschung zeigte der Film den Kampf der in Fukushima verbliebenen Mütter, Eltern und Kinder, mit der Radioaktivität und der innerlichen Verstrahlung, die durch Aufnahme radioaktiv kontaminierter Nahrungsmittel verursacht wird!

Hatte nicht die damalige Sowjet-Regierung Kinder und ihrer Familie aus dem kontaminierten Gebiet zwangsevakuiert? Hatte meine Mutter mir nicht erklärt, dass Radioaktivität „ein unsichtbarer Mörder“ sei, als ich Mitleid mit den Kindern aus Tschernobyl hatte, die zwangsweise ihre Heimat verlassen mussten?

 

Frau S wurde zwei Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl geboren. Die Nachwirkungen der Strahlung, die sie körperlich und seelisch spürt, sind bis heute noch vorhanden. Sie kann sie nicht vergessen, sie muss damit leben. Ihr Großvater arbeitete damals in einem AKW in Sibirien und ihre Großmutter in einem Krankenhaus in Litauen, das sich neben dem AKW Ignalina befand. Sie bekamen genug Informationen über die Lage nach dem Reaktorunfall. Übrigens ist Litauen weltweit bekannt für die höchste Zahl der Selbstmorde unter den Arbeitern, die bei der Dekontamination tätig waren.

 

Seit ihrer Kindheit klagt Frau S. über Herzrhythmusstörungen, die von ihrem damaligen Arzt als „undefinierbare Krankheit“ bezeichnet worden sind. Der Arzt erklärte ihr, es gebe viele „undefinierbare Krankheiten“ im Baltikum, die seit Tschernobyl auftreten.  In ihrer Klasse hätte fast jeder eine „undefinierbare Krankheit“, wie zum Beispiel Allergien, Dermatitis, Schilddrüsen- oder Lungenkrankheiten.

 

Frau S kann es einfach nicht verstehen, weshalb die japanische Regierung und die Ärzte in Japan die Kinder nicht aus den kontaminierten Gebieten evakuieren und die Wahrheit berichten, obwohl es Beweise gibt, dass so viele junge Leute im Baltikum heute leiden. Es sei nicht human. Das ist menschenverachtend! Es hat ihr sehr wehgetan, die Kinder im Film anzusehen. Das Wort,“ Zukunft der Kinder“ war häufig im Film zu hören. Jedoch sagte Frau S traurig, „Es gibt keine Zukunft für sie...“

 

Ich hatte Frau S nach zwei Monaten wiedergesehen. Ich fragte sie, ob ich ihre Eindrücke bei den japanischen Anti-AKW-Gruppen veröffentlichen könne. Sie stimmte zu und sagte: „selbstverständlich“. Den Film hat sie auch schon bei ihren Freunden in Lettland bekannt gemacht.  Ihre Freunde hatten sich die Kurzfassung auf Youtube angeschaut und waren genauso überrascht wie sie, dass Menschen noch in den kontaminierten Gebieten leben und nicht wegziehen. Voller Wut sagten sie, „Japaner sind schaurig!“